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10.02.10

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Das Trumscheit (auch Marientrompete, Nonnengeige, Nonnentrompete, Trompetengeige, engl.: trumpet marine, ital.: tromba marina, franz.: trompette marine) ist ein Streichinstrument. Frühe Formen stammen aus dem 15. Jahrhundert; nach der Weiterentwicklung des Instrumentes zur Tromba marina im 17. Jahrhundert war diese bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitet und es entstanden eine Reihe von Kompositionen für das Instrument, das mit dem Trumscheit nur mehr die Grundkonstruktion gemeinsam hatte, sich aber durch eine Anzahl von Resonanzsaiten von der Urform des Instruments unterschied.[1] Als Virtuose auf diesem, nach ihm de facto aus dem Gebrauch gekommenen Instrument, galt der Franzose Jean-Baptiste Prin, der 1742 das Lehrbuch Traité sur la trompette marine verfasste.

Bei der Bezeichnung tromba marina könnte es sich um einen Kopierfehler handeln: In der Schiffsgeschichte soll das Instrument als Signalgeber genutzt oder von Seeleuten gespielt worden sein; Belege lassen sich hierfür nicht finden. Gemeint war wohl eher tromba maria, die Marientrompete.

Im Gegensatz zu anderen üblichen Streichinstrumenten ist das ca. 2 m lange Trumscheit mit nur einer Darmsaite bezogen. Die Töne werden wie bei einem Monochord durch harmonische Teilung der Saite erzeugt (vgl. Teiltöne und Flageolett); das Tonmaterial entspricht daher der Naturtonreihe.

Der schuhförmige Steg erzeugt beim Spielen einen schnarrenden Ton, indem er gegen den Resonanzkörper schlägt, wodurch die Klangfarbe an eine Trompete erinnern lässt, weshalb das Trumscheit als Trompetenersatz verwendet werden konnte. (Die Trompete war vielfach mit Privilegien bedacht, die ihren Gebrauch für bestimmte Berufsgruppen eingrenzten.) Der Vorteil gegenüber einer Trompete besteht auch in der einfacheren und weniger anstrengenden Spielweise.

Die Bezeichnungen Nonnengeige und Nonnentrompete erklären sich daraus, dass das Trumscheit häufig von Nonnen in deutschsprachigen Ländern genutzt worden ist, da es ihnen eine Zeit lang verboten war, echte Blasinstrumente zu spielen – nahezu die Hälfte der 200 erhaltenen historischen Instrumente fanden sich in ihren Klöstern.

Jean-Baptiste Prin (* um 1669 in London; † nach 1742 in Straßburg) war ein französischer Komponist, Musiker und Tänzer.

Jean-Baptiste Prin war zu seiner Zeit der bekannteste Virtuose auf der "Tromba Marina" (siehe: Trumscheit). Möglicherweise erlernte er dieses Instrument von seinem Vater, denn 1667 wird in einem in London geschriebenen Brief ein gewisser Franzose namens „Mr. Prin“ als Virtuose auf der Tromba Marina erwähnt. [1]

Jean-Baptiste Prin komponierte zahlreiche Werke, die mehrheitlich in einem einfachen Stil gehalten waren. Ab 1698 war Prin am „Theatre de la Foire St. Germain“ in Paris tätig und setzte dort bei seinen Auftritten häufig seine "Trompète marine" ein. Die Virtuosität Prins auf diesem seltenen Instrument blieb auch dem Hof in Versailles nicht verborgen, so dass Prin eine Anstellung als „maître de danse“ und Tromba-Marina-Solist am königlichen Hofe Ludwig XIV. erhielt. Aber schon 1704 verließ er Paris und ließ sich in Lyon nieder. 1737 zog Prin nach Straßburg, wo er 1742 das Lehrbuch „Traité sur la trompette marine“ verfasste. In diesem schrieb er über die Geschichte des Instrumentes, so zog er eine afrikanischen Ur-Trompete als Vorläufer in Betracht, außerdem schrieb er über deren Bau und Spieltechnik.

Unter Prins Kompositionen findet unter anderem ein Konzert für Tromba Marina, Oboe und Streicher, von dem sich die Originalhandschrift in der „Bibliothèque de la Ville de Lyon“ befindet.

Die Wallküren - Auftritt mit Nonnentrompete

                                  

 

 

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Stand: 10.02.10